Junge Saarländer sicher mobil [11. April 2008]

Minister Rippel stellt neues Verkehrssicherheitsprojekt von zwölf Partnern vor

»Mit einem Bündel aus Beratung, kostenlosen Sicherheitsschecks und gezielter Öffentlichkeitsarbeit sollen junge Saarländer sicher mobil werden.« Das sagte Wirtschafts- und Wissenschaftsminister Joachim Rippel am Freitag (11.4.2008) bei der Vorstellung eines neuen Verkehrssicherheitsprojektes. Das Projekt hat das Saarland zusammen mit elf Partnern aus Überwachungsorganisationen, Fahrlehrern, Kraftfahrzeugverbänden, Autofahrerverbänden und der Polizei für junge Verkehrsteilnehmer entwickelt.

Die Projektpartner bieten eine kostenlose Untersuchung der Sicherheit von motorisierten Zweirädern und Pkw - von der Qualität einer Hauptuntersuchung - und Preisnachlässe bei Beseitigung von Sicherheitsmängeln in Werkstätten. Begleitet wird die Aktion von Beratung in Fahrschulen und Berufsschulen und durch die Polizei.

Minister Rippel. »Obwohl junge Fahrer im Alter von 18 bis 24 Jahre nur einen Anteil von etwa 7,5 Prozent an der Bevölkerung haben und nur 10 Prozent der Fahrleistungen erbringen, verursachen sie über ein Drittel aller Verkehrsunfälle, bei denen Menschen getötet oder verletzt werden. Auch Sicherheitsmängel sind Ursache dafür.«

Junge Leute verfügen oft nicht über ausreichende finanzielle Mittel, um neue oder gute gebrauchte Fahrzeuge zu kaufen. Ältere Kraftfahrzeuge haben häufig eine geringere unfallverhindernde und lebensrettende Sicherheitsausstattung. Auch mit zunehmendem Fahrzeugalter steige die Zahl technischer Mängel drastisch an. Hinzu komme, dass oft an Kleinkrafträdern technische Veränderungen vorgenommen würden, um höhere Motorleistungen zu erzielen.
Diese technischen Faktoren führten bei jungen Menschen zu schlimmeren Verkehrsunfällen. »Junge Saarländer sicher mobil» will dem entgegenwirken.

Minister Rippel stellte die einzelnen Bausteine von »Junge Saarländer sicher mobil« vor. Die Überwachungsorganisationen DEKRA, GTÜ, KÜS und TÜV bieten jungen Fahrerinnen und Fahrern im Alter bis zu 25 Jahren in ihren Prüfstellen, insgesamt 56 im Saarland, eine kostenlose Untersuchung ihrer Krafträder und Pkw auf Sicherheit bei Rädern und Reifen, Bremsanlage, Fahrwerk und Lenkung, Licht und Sicht sowie Sicherheitsgurt und Dichtigkeit von Motor, Getriebe und Abgasanlage an. Die Untersuchung ist der vorgeschriebenen Hauptuntersuchung vergleichbar; sie hat einen Wert von 50 Euro je Fahrzeug. Für die Teilnahme an der Untersuchung werden in den Fahrschulen, an Berufsschulen, bei speziellen Gelegenheiten und im Internet Gutscheine ausgegeben. Über das Ergebnis der Untersuchung geben die Sachverständigen der Organisationen einen Bericht heraus. Die Organisationen wollen die Teilnehmer zu Spenden zu Gunsten der Aktion »Hilf mit!« der Saarbrücker Zeitung anregen, die die Projektpartner einmal jährlich übergeben werden.
Betriebe des Saarländischen Kraftfahrzeugverbandes und der Zweiradmechaniker-Innung gewähren jungen Fahrerinnen und Fahrern Vorzugspreise auf Einzelteile und/oder Lohn, wenn sie die bei der Untersuchung festgestellten Sicherheitsmängel in ihrem Betrieb beheben lassen. Die Betriebe werden im Internet bekannt gegeben. Minister Rippel: »Die Bereitschaft sich einzubringen ist beeindruckend. Inzwischen haben sich bereits über 80 gemeldet, die mitmachen.«

In den Fahrschulen des Saarlandes werden junge Fahrerinnen und Fahrer über die Risiken bei Sicherheitsmängeln aufgeklärt. Die Fahrschulen werben bei ihnen für eine Teilnahme an der kostenlosen Untersuchung und informieren die Eltern der jungen Fahrschülerinnen und Fahrschüler über den Nutzen.

ADAC und Landespolizeidirektion informieren im Rahmen ihrer zusammen mit dem Landesverband der Fahrlehrer organisierten »Gemeinschaftsinitiative Verkehrssicherheit jetzt« an den Berufsschulen über das Projekt »Junge Saarländer sicher mobil« und werben für eine Teilnahme. Die Polizei spricht bei ihren beratenden Gesprächen in der Verkehrsüberwachung die jungen Fahrer auf die Sicherheit ihrer Fahrzeuge an und wirbt für eine Teilnahme an kostenlosen Untersuchungen.

Hintergrund: Die Partner von Junge Saarländer sicher mobil: die Überwachungsorganisationen DEKRA, GTÜ, KÜS und TÜV, der ADAC, der Landesverband der Fahrlehrer hier im Saarland, der Interessenverband Deutscher Fahrlehrer Süd, die Landesverkehrswacht, der Saarländische Kraftfahrzeug-Verband, die Zweiradmechaniker-Innung, die Polizei und das Ministerium für Wirtschaft und Wissenschaft.
Internet: www.jung-sicher-mobil.de

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